Glyphosat

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Glyphosat oder auch Roundup wurde 1970 vom US-Konzern Monsanto zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft entwickelt, um den Ertrag zu steigern. In Deutschland wird es meist vor der Aussaat versprüht, um alles mögliche Unkraut vom Feld zu verbannen.

Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, das jede Pflanze tötet, die nicht durch gentechnische Veränderung angepasst wurde. Glyphosat verhindert die überlebenswichtige Aufnahme von Mangan in Pflanzen, da es selbst daran bindet und somit nicht mehr verfügbar ist für diese. Fehlt Mangan kann das Stoffwechselenzym 5-Enolpyrovylshikimat -3- Phosphat -Synthase (EPSPS) nicht mehr funktionieren und die Pflanze stirbt ab.

Mittlerweile wird Glyphosat in ca 130 Ländern an mehr als 100 verschiedenen Kulturpflanzen angewendet. In Deutschland stehen mit 87,2% der Winterraps und mit 72,1% Hülsenfrüchte an der Spitze der mit Glyphosat behandelten Felder. Studien zu Folge wurden 2012 rund 6000 Tonnen Glyphosat auf ca 40% der Ackerflächen Deutschlands versprüht.

Aber nicht nur dort landet das Gift. So versprüht zum Beispiel die Bahn jährlich 80 Tonnen Glyphosat, um 30,000 km Schienennetz von Bewuchs frei zu halten. Da muss man sich fragen, wie sich dieser Giftanschlag auf Natur und Mensch auswirkt. Wir sind praktisch tagtäglich von diesem Gift umgeben.

Da ist es nicht verwunderlich das laut einer Studie von 2013 ca. 70% der Urinproben der Testpersonen Glyphosat aufwiesen. Darunter sind nicht nur direkt beruflich betroffene Menschen, wie Landwirte sondern auch Großstädter. Denn viele Nahrungsmittel weisen Rückstände von Glyphosat auf.

Gesundheitlich wird vermutet, dass Glyphosat einige vor allem chronische Effekte auf die menschliche Gesundheit hat. So wird auch ein Zusammenhang zwischen Glyphosat und der Störung des Hormonsystems vermutet und damit auch eine mögliche negative Auswirkung auf die Fortpflanzungsfähigkeit. Zudem hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) Glyphosat im Jahr 2015 als „Wahrscheinlich Krebserregend“ eingestuft. Dies ist die zweithöchste Gefahrenstufe!

Lässt man den Menschen mal außer Acht hat Glyphosat auch eine erhebliche Auswirkung auf die Artenvielfalt. Nicht nur an Land sondern auch in Gewässern. Fehlende Wildpflanzen an Feldern und Äckern führen zu einem Rückgang an Insekten. Da Insekten aber Hauptnahrungsmittel von zum Beispiel Vögeln sind führt dies auch dort zu deren Rückgang. Vermehrter Einsatz von Glyphosat verursacht somit einen erheblichen Verlust an biologischer Vielfalt. Schon jetzt sind 30% aller Vögel der Agrarlandschaft auf der roten Liste! (Bestandsbedrohte Tiere). Auch an und im Gewässer haben Lebewesen erhebliche Probleme, denn Glyphosat ist ein Wasserschadstoff. So reagieren viele Wasserlebewesen empfindlich auf das Gift, wie zum Beispiel Amphibien. Das Glyphosat beeinträchtigt die Embryonalentwicklung derart massiv, dass viele Kaulquappen sterben.

Also was tun?

Glyphosat ist ein Mittel zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft, mit dem verheerende Langzeitauswirkungen auf Flora und Fauna in Kauf genommen werden, um noch mehr Ertrag zu erhalten. Aber für eine nachhaltige Landwirtschaft ist KEIN Glyphosat notwendig! Das Pflügen des Ackers ist ein natürlicher Unkrautvernichter, der schon seit Jahrhunderten gegen unerwünschte Pflanzen eingesetzt wird.

 

Greenpeace fordert:

Keine Wiederzulassung von Glyphosat für den Einsatz in der EU, solange Unsicherheit über die von dem Wirkstoff ausgehenden Gefahren besteht

Bei Verlängerung der EU-Zulassung bzw. Wiederzulassung

  • Verbot des kommerziellen Einsatzes auf nationaler Ebene
  • Verbot des Einsatzes im Kleingarten und Hausbereich sowie auf öffentlichen Flächen
  • Verbot des Verkaufs in Baumärkten und Gartencentern
  • Verbot des Einsatzes von Glyphosat zur Ernteerleichterung (Sikkation)

 

 

Quellen:

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/201...
https://www.bund.net/umweltgifte/glyphosat/
https://www.campact.de/glyphosat/monsanto-minister/

Weiterführende Links

Glyphosate based herbicides are toxic and endocrine disruptors in human cell lines
Glyphosate, pathways to modern diseases II: Celiac sprue and gluten intolerance

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