Fukushima Montagsspaziergang

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WAS: FUKUSHIMA MAHNT – 151. Würzburger Montagsspaziergang gegen Atomkraft
WANN: 10.03.2014, 18 Uhr
WO: Kiliansbrunnen, Würzburg

Während in Deutschland der Atomausstieg wieder willentlich verzögert wird und neun AKWs hierzulande weiter strahlenden Müll produzieren, wird drei Jahre nach der Havarie des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima das wahre Ausmaß der Katastrophe erst sichtbar: kontaminierte Gebiete, Gesundheitsschäden und noch immer heiße Reaktoren, die jederzeit wieder außer Kontrolle geraten können. Von den Kosten ganz zu Schweigen: Schon im April 2012 schätzte man sie langfristig auf bis zu 200 oder 300 Milliarden Euro (Quelle Wikipedia). Wer also 2011 im Angesicht der explodierenden Meiler in Japan den sofortigen Atomausstieg forderte, sollte anlässlich des Fukushima-Jahrestages die Forderung erneuern. Im Zuge bundesweiter Anti-Atom-Aktionen am 10.03.2014 laden auch die Würzburger Montagsspaziergänger dazu ein, sich erneut öffentlich für ein sofortiges Ende der Nutzung von Kernenergie auszusprechen und den Opfern der Nuklearkatastrophe zu gedenken. Ihrem Aufruf angeschlossen haben sich Greenpeace Würzburg, die Piraten-Partei Unterfranken und Bündnis 90/Die Grünen Würzburg. Start ist wie immer um 18 Uhr am Kiliansbrunnen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Zum Hintergund:
Als am 11.03.2011 das Atomkraftwerk in Fukushima/Japan infolge eines Tsunamis außer Kontrolle geriet, regte sich auch hierzulande der Widerstand gegen die offensichtlich nicht kontrollierbare, gefährliche Kernenergie: Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger gingen in den Wochen nach dem GAU auf die Straßen und forderten einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft – vermeintlich mit Erfolg: Wenige Monate später wurde der Atomausstieg bis 2022 beschlossen.

Doch wer die aktuelle Entwicklung beobachtet, ahnt, dass es auch anders kommen könnte: Die Atomlobby übt immer mehr Druck auf die Regierung aus und macht Stimmung gegen die Energiewende – diese treibe die Kosten für Endverbraucher in die Höhe und ohne Atomkraftwerke bzw. den Ausbau von Kohlekraft drohe in Deutschland der „Blackout“. Vize-Kanzler Sigmar Gabriel spielt das (profitorientierte) Spiel mit: Mit seinen jüngsten Reformplänen des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) würgt er den Ausbau der Erneuerbaren ab, stärkt den Klima-Killer Kohle und stellt damit den Atomausstieg infrage.

Zur Erinnerung die wichtigsten Anti-Atom-Argumente in der Kurz-Übersicht:

  • Atomkraft ist immer noch gefährlich: Selbst das modernste Atomkraftwerk kann keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten, wie man in Japan 2011 gesehen hat. Bis heute ist das havarierte AKW in Fukushima nicht unter Kontrolle. Es droht immer noch der SUPER-GAU.
  • Noch immer weiß niemand, wo der radioaktive Müll gelagert werden soll: Allein in Deutschland wurden schon 100.000 Kubikmeter Atomabfall produziert, der mehrere 100.000 Jahre lang tödlich strahlt – eine gefährliche Hinterlassenschaft für tausende nachfolgende Generationen. Eine sichere Endlagerung ist bis heute nicht in Sicht. In einer Kaverne des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel sind gerade erst 18 verrostete Fässer mit radioaktivem Abfall entdeckt worden (Quelle SPON).
  • Atomkraft schadet dem Klima: Ein Lieblingsargument der Atomkraft-Befürworter ist die angeblich positive CO2-Bilanz dieser Energiegewinnung. Sie ist jedoch viel schlechter, als bei regenerativen Alternativen wie Wind- oder Solarenergie: Besonders die Aufbereitung der Brennstäbe und der Uranabbau verursachen Unmengen klimaschädlicher Gase.
  • Atomkraft ist immer noch sehr teuer: Der im Vergleich günstige Preis von Atomstrom basiert auf hohen Subventionen und Vergünstigungen für AKW-Betreiber – beispielsweise müssen diese für atomare Brennstoffe keine Steuern zahlen. Während für Forschung und Entwicklung in der Atomenergie von den OECD-Regierungen zwischen 1950 und 1973 über 150 Milliarden US-Dollar ausgegeben wurden, investierte man für Erneuerbare Energien nichts (Quelle Greenpeace Magazin).

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