Hambis kleiner Bruder

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Der Thüngersheimer Forst steht, wie auch der Hambacher Forst vor ein paar Tagen, kurz davor, eine Fläche von 10 Hektar durch Rodung zu verlieren. Direkt am Thüngersheimer Forst befindet sich ein Steinbruch, in dem Muschelkalk abgebaut wird. Wieso sind die 10 Hektar Wald, die Teil des Scharlachbergs sind, so schützenswert? Der wertvolle Laubmischwald ist ein Rückzugsort und Heimat geschützter und gefährdeter Tierarten. Der BUND Naturschutz verweist hier auf den Uhu, der vor allem im Winter diesen Wald als Jagdrevier und Rückzugsort nutzt. Zusätzlich finden sich dort europarechtlich geschützte Fledermausarten und die gefährdete Haselmaus. Ein fast noch wichtigerer Punkt ist aber die Tatsache, dass die Waldfläche größtenteils ein sogenannter Bannwald ist.

„Gemäß Art. 11 des Waldgesetzes für Bayern (BayWaldG) bezeichnet Bannwald Wald, der aufgrund seiner Lage und seiner flächenmäßigen Ausdehnung vor allem in Verdichtungsräumen und waldarmen Bereichen unersetzlich ist und deshalb in seiner Flächensubstanz erhalten werden. Hinzu kommt seine außergewöhnliche Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt oder für die Luftreinigung. Bannwälder werden durch Rechtsverordnung der Kreisverwaltungsbehörde erklärt (Art. 37 Abs. 1 Nr. 1 BayWaldG). Eine Rodung im Bannwald ist nur unter den engen Voraussetzungen des Art. 9 Abs. 6 Satz 2 BayWaldG möglich; insbesondere ist eine Neubegründung von gleichwertigem Wald angrenzend an den vorhandenen Bannwald erforderlich.“  (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten)

Zusammengefasst: Bannwald ist Wald, der aufgrund seiner Lage und seiner flächenmäßigen Ausdehnung vor allem in Verdichtungsräumen und waldarmen Bereichen unersetzlich ist. Er erfüllt unter anderem wertvolle Leistungen für Klima, Wasserhaushalt und Luftreinhaltung und dient in besonderem Maße dem Schutz vor Immissionen.

Zusätzlich würde durch die Rodung eine Schneise entstehen, wodurch der noch übriggebliebene Restwald durch starke Winde beschädigt werden kann. Die Abbautiefe des geplanten Steinbruchs von 110m würde außerdem zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führen und somit den Wald, der schon jetzt unter den trockenen klimatischen Bedingungen leidet, den Rest geben. Bleibt der Wald bestehen, kann dieser wertvolles Wasser speichern und einem Absterben entgegenwirken.

Weitere Punkte, die der Bund Naturschutz (BN) beklagt: Seit Jahren gibt es keine neue Kartierung und Bestandsaufnahme der im Wald lebenden Tierarten, stattdessen wurde auf veraltete Kartierungen zurückgegriffen. Zudem wurde keine umfassende artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt. Ähnlich wie beim Hambacher Forst liegt hier also eine Tagebaugenehmigung vor, die auf veralteten Grundannahmen beruht. Der BN fordert daher eine neue artenschutzrechtliche Untersuchung, welche die heute vorkommenden Arten umfassend berücksichtigt.

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Quellen:

https://wuerzburg.bund-naturschutz.de/aktuelles/artikel/bund-naturschutz-erschuettert-ueber-geplante-waldrodung-bei-thuengersheim.html

https://www.freistaat.bayern/dokumente/leistung/826869334421

https://www.br.de/nachrichten/bayern/naturschuetzer-wollen-waldrodung-in-thuengersheim-stoppen,R6njR5V

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Standpunkt-Kein-zweiter-Hamba...

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Thuengersheimer-demonstrieren...

Weiterführende Links

Höhfeldplatte und Scharlachberg